Kollegienkirche

Architectural Layout

Mit Papier und Schere Architektur erklären

Die Kollegienkirche in Salzburg von Fischer von Erlach ist das ideale Objekt zum Erleben, Verstehen und Verarbeiten eines barocken Gesamtkunstwerkes bzw. einer historischen Architektur.
Durch seine  schlichte Ausschmückung ist die Gliederung des Baukörpers gut zu durchschauen, die Dimensionen sind noch „menschlich“. Das ist mit ein Grund, warum die Kirche seit ihrer Entstehung als „Theaterraum“ genützt wird. Dem Bau nähert man sich am besten auf zwei Weisen: durch einen Stadtspaziergang von den Stadtbergen aus und durch eine Bespielung des Innenraumes z.B. in Form eines „Liturgischen Theaters“ mit Bewegung aller Beteiligten.
Mit Hilfe der vom Bühnenbildner Christian Tabakoff gezeichneten 23 Pläne können sehr rasch (und am besten in der Kirche selbst, wie geschehen ) einzelne Bauteile dargestellt und zu anderen Abschnitten in Beziehung gesetzt werden.
Wenn aus flachen Planabschnitten durch Biegen und Wölben dreidimensionale Körper werden, dann vollzieht jeder ein wenig vom Bauhandwerk nach: Einrüsten, Verschalen, Durchbrechen, Abstützen, Verankern usw….
Architectural layout haben wir das Projekt deshalb genannt, weil das Zusammenbasteln und neu Kombinieren ein „aus-legen“ der Idee sein kann.
Statt einer Computersimulation entstehen relativ unkompliziert reale Objektcollagen mit einem großen ästhetischen Reiz.
Durch Zitate mittels Fotos, eigener Skizzen, Modellobjekten und Staffagen wird das Spiel zwischen Modell und Wirklichkeit noch interessanter.
Der Architekt tut ja genau das beim Entwerfen: Proportionen verändern, Details variieren, Schnitte zeichnen usw…
Dies alles perspektivisch oder isometrisch  in der klassischen Form der „Architekturzeichnung“ abzubilden, überfordert  die Möglichkeiten der Schüler und würde das spontane Reagieren behindern. So aber bleibt die dreidimensionale Vorstellung im dreidimensionalen Begreifen und Tun.
Alle 23 Pläne sind demnächst als PDFs auf der Homepage des Akademischen Gymnasiums zu finden. Wir empfehlen das Vergrößern auf A3. Nach Rücksprache mit der Kirchenleitung ( Pfarrer Andreas Jakober) kann auch direkt in der Kirche gearbeitet werden. Arbeitsplatten sind daselbst deponiert. Scheren, Klebstoff, Lineale usw. sind mitzubringen, können aber bis zum Abschluss des Projektes dort zwischengelagert werden.
Besonderer Dank nochmals an Christian Tabakoff für die Riesenarbeit des Plänezeichnens, aber auch an den Elternverein des Akademischen Gymnasiums, das ÖKS, den Schulsponsor Raika, Architektur –Technik und Schule sowie Pfarrer Andreas Jakober und Frau Ertl als Hüter des Hauses.

Otto Beck und Erwin Lang
Akademisches Gymnasium Salzburg

Salzburg, November 2007